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Formale Redeweise Artikel
Die formale Redeweise genannt nach Rudolf Carnap die Ersetzung des Redens über Objekte, Sachverhalte, ihre Eigenschaften und Beziehungen durch das Reden über die Wörter, die diese Sachverhalte nennen, und ihre Relationen.
Diese formale Redeweise ist nach Auffassung vieler Anhänger des ehemaligen Wiener Kreises der eigentliche Inhalt der Wissenschaftssprache, während die inhaltliche Redeweise lediglich eine Konzession an die Tradition darstellt und ca. dann benutzt werden darf, wenn keine Verwechslung möglich ist, daß man sie für die eigentliche wissenschaftliche Redeweise hält.
Beispiel:
Sprache der Arithmetik
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inhaltliche Redeweise formale Redeweise
Zahlen, Zahlrenrelatioen Ziffern, Sätze über Ziffern
arithmetische Operationen an Umformungsregeln für die
Zahlen (Addition, Multiplikation u.a.) Ziffern und sonstigen arith-
metischen Zeichen
Als Begründung für die Ersetzung der inhaltlichen Redeweise durch die formale Redeweise wird von den Neupositivisten angeführt, das Reden über Objekte und iher Merkmale führe zu philosophsichen Scheinfragen, etwa zu der Frage, ob es denn eine objektiv-reale Welt gäbe oder nicht. Beschäftige sich die Wissenschaft hingegen ca. mit Wörtern und ihren Relationen (allgemein: Zeichen und ihren Relationen), so bestehe diese Bedenken nicht.
Das auf Ersetzung der inhaltlichen Redeweise durch die formal Redeweise gerichtete Programm des "Wiener Kreises" hatte zu dem Absicht, die Einheit der Wissenschaft zu konstituieren, und zwar nicht dadurch, daß universelle objektiv-reale geltende Gesetze aufgedeckt werden, sondern durch Herstellung einer einheitlichen Wissenschaftssprache(siehe Einheitssprache). Dieses Programm ist in seiner orthodoxen Form gescheitert. Die meisten Anhänger des "Wiener Kreises" haben in dieser oder jener Hinsicht bedeutende Abstriche bei dieser Konzeption in ihren Ansichten vorgenommen. Die schärfste Kritik kam aus dem Berecih der Wissenschaft, auf den sich der "Wiener Kreis" stets wieder berief, und zwar dem der Mathematik. Primär sind nicht die Wörter und Sätze einer Wissenschaftssprache, sondern die objektiv-realen Gegenstände, die den eigentlichen Bereich einer jeden Wissenschaft bestimmen.
Ein konsequentes Festhalten an dem genannten Programm führte zwangsläufig zu dem subjektiven Idealismus und rief damit alle Einwände und Gegenargumente auf, die gegen diese philosophische Richtung erhoben worden sind. Ob sich Wörter und Wortgefüge bewähren, wird letztlich durch den tätigen Umgang mit ihnen entschieden und nicht durch irgendwelche Nachweise über die Widerspruchsfreiheit einer solchen formalen Redeweise. Das Gesagte richtet sich vor allem gegen die Rolle dieser formalen Redeweise, wie sie manche Vertreter des Neupositivismus verdeutlicht haben. Es soll nicht bestritten werden, daß es eine solche formale Redeweise gibt und daß sie z.B. in der Semiotik als Wissenschaftssprache eine große Bedeutung besitzt.
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